Saisonstart in Bäretswil

Es war schon lange im Gespräch, dem mittlerweile traditionellen Effretiker Stadt-OL einen neuen Namen zu geben. Nun war es soweit. Die beiden Träger des Anlasses, der OLC Kapreolo und die OLG Pfäffikon einigten sich: Der Anlass wird in Zukunft als Winter-Stadt-OL durchgeführt. Die Nummerierung wurde beibehalten, der 23. Winter-Stadt-OL wurde am Sonntag, 13. Januar gelaufen. Der neu eingeführte Namen des Winter Stadt-OLs war in Bäretsewil sicher besser gewählt. So rieb sich doch manch Unterländer verwundert die Augen: liessen die anhaltenden Regenfälle die Anfangs der Woche gefallenen Schneemassen rund um den Zürichsee doch merklich schmelzen, hielt sich der Schnee im auf rund 700 m ü.M. gelegenen Bäretswil ob Wetzikon einiges hartnäckiger und so erwartete die Läufer eine beinahe märchenhafte Winterlandschaft und es wurde tatsächlich ein richtiger Winter-OL.

Das garstige Wetter trug wohl auch dazu bei, dass der Läuferandrang mit 660 Läufern im Vergleich vorhergehender Jahre eher gering, für einen regionalen Lauf aber immer noch aussergewöhnlich war. Der gemeine OL-Läufer scheint also den ganzen Winter schon der neuen Saison entgegenzufiebern und kann es kaum erwarten, die ersten Läufe zu absolvieren. Männiglich (und auch jederfrau) begrüsste sich zum Unterbruch der Winterruhe, wünschte sich ein gutes neues Jahr und eine erfolgreiches Wettkampfjahr 2019. Überall wurde über die Erlebnisse der vergangenen Saison, den momentanen Formstand und die kommenden Ziele und Erwartungen parliert. Allenthalben herrschte eine aufgeräumte und entspannte Stimmung.

Im Vergleich noch entspannter allerdings schienen die LäuferInnen zu sein, welche für den heutigen Lauf die Noppenschuhe und nicht die normalen Laufschuhe eingepackt hatten, erwies sich doch das Rennen auf den mit Schnee und Pflotsch bedeckten Strassen als ausserordentlich tückisch und rutschig. Vor allem bei den Passsagen über die engen und steilen Quartiertreppen machte sich dies bemerkbar. Das Rennen selbst stellte sich als typischer Dorfsrpint dar, bei welchem einerseits vor allem die läuferischen Qualitäten gefragt waren, andererseits aber auch die Fähigkeit, die Konzentration über den gesamten Zeitraum des Sprintes aufrecht zu erhalten. Der Sprint tendierte aber nicht nur wegen der Laufverhältnisse eher zu einer Mitteldistanz, so dass der Raum für den einen oder anderen Schnitzer durchaus gegeben war. Auf den ersten Blick könnte der Lauf als einfach abgetan werden, das nachträgliche Kartenstudium ergab aber dennoch die eine oder andere Routenwahl, bei welcher entscheidende Sekunden verloren werden konnten. Dies ist wohl eine weitere spezifische Eigenschaft der Sprint-OLs: kann in längeren Wald OLs mit einer guten Routenwahl Zeit gewonnen werden, so scheint es eher so, dass man im Sprint mit schlechteren Routenwahlen Zeit verliert.

Der gelungene Saisonauftakt im Zürcher Oberland lockte auch 65 Stäfner aus ihren Winterquartieren, dies entspricht rund 10% aller Teilnehmer. Wie so oft in den letzten Jahren erfreulich, dass vor allem in den Jungendkategorien die OLG Stäfa den Löwen- und Löwinnenanteil der Teilnehmer stellen konnten: so waren 7 der 23 Teilnehmerinnen bei den D12 in den Stäfner Dresses unterwegs, was einem stattlichen Anteil von 30% entspricht. Einem Wert, dem die D18 (28%) und H16 (24%) nur leicht hinterher hinkten. Mit Voraussagen ist es ja so eine Sache: nichts desto trotz scheint es nicht vermessen zu vermuten, dass die OLG Stäfa bei der Vergabe des goldenen OL-Postens auch im Jahre 2019 ein Wörtchen mitzureden hat.

Resultatmässig konnten dabei vor allem die D18 überzeugen, klassierten sich doch sämtliche vier Stäfnerinnen in der ersten Ranglistenhälfte. Dabei reichte es Ledna Oettli mit einem zweiten Rang aufs Podest. Aber auch die geschlossene Mannschaftsleistung bei den H16 mochte überzeugen, fand sich die gelb-blaue Armada der Stäfner doch gut geschlossen im Mittelfeld. Wenn in der Saison 2019 der neu ins Zürcher Nachwuchskader aufgenommene Rico Pünter (und andere in andern Kategorein) ihr übliches Rendement erreichen können, so steht also neben der quantitativen Überlegenheit auch ein Schritt in der qualitativen Ausbeute nichts im Wege. Bei den Veteranden erreichten mit Urs Märk (HAK, 1. Platz) und Kathrin Hindermann (D50, 3. Rang) weitere Stäfner das Podest.

Hier gehts zu einem kurzen Artikel in der ZSZ von Sarah Stoyer

Hier gehts zu den Resultaten der Stäfner und zu Split Analyse