O-Ringen 2019

Einige Vereinsmitglieder haben auch diesen Sommer wieder am O-Ringen in Kolmården teilgenommen. O-Ringen ist ein alljährlich, in Schweden stattfindender Orientierungslauf über 5 Etappen (5-Tage-OL) mit durchschnittlich rund 15‘000 Teilnehmern. Aufgrund dessen hoher Popularität wird er heute eher als Sportfest, denn als Wettkampf angesehen. Der erste O-Ringen fand 1965 statt. Damals nahmen jedoch lediglich 156 Läufer daran teil. Heute hingegen gilt als einer der größten OL-Wettbewerbe (und wahrscheinlich der geschichtsträchtigste) der Welt.
Vor Ort ist man daher auch immer wieder erstaunt über die gute Organisation, die es für einen solchen Grossanlass braucht. Wettkampfzentren, Bustransporte, Freiluft-Duschen, Toi Toi‘s – alles ist vorhanden und funktioniert gut.

Vor dem ersten Wettkampftag hatte man die Möglichkeit, mittels einer Trainingskarte mit den schwedischen Wäldern auf Tuchfühlung zu gehen. Die Karten werden in Schweden etwas anders kartiert, als in der Schweiz, da lohnt sich eine langsame Annäherung auf jeden Fall. So sind z.B. die grossen, manchmal mit Moos und Flechten bewachsenen Felsplatten als Hügel und nicht als Steine/Felsen eingezeichnet. Spätestens nach ein, zwei Tagen hat man sich jedoch an das Gelände und an die Karte gewöhnt. Am ersten Lauftag gab es allerdings Vereinsmitglieder, die – sage und schreibe – zweieinhalb Stunden hartnäckig alle Posten gesucht (und gefunden!) haben und sogar aus der Karte herausgelaufen und ins Terrain der O-Biker gelangt sind (Namen werden hier keine genannt ;-). Für Anfänger – aber auch für Fortgeschrittene – ist der Wald im Norden Europas eine richtige Herausforderung. Auch andere gspässige Dinge haben sich ereignet. So soll man – mit etwas Glück – Urs Tschamper zweimal gleichzeitig im Wald vorbeirennen gesehen haben. Ob der Wald wohl verhext war?

Am Abend vor dem Ruhetag fand der lustige Clubabend statt. Gross und Klein traf sich in Norrköping zum Hamburger essen. Erstaunt waren einige über die ausgesprochen scharfen Burger. Trotz Reklamation und erneuter Bestellung waren die Chilischoten offensichtlich nicht aus den Burgen rauszukriegen. Janu, da muss man halt selbst tätig werden, und herauskratzen, was auf der Zunge brennt.
Neben dem Orientieren im Wald ist auch das Erkunden der Dörfer und Landschaften immer wieder interessant. Regula, die Schwedenkennerin, gab uns für den „Ruhetag“ den Tip, das hübsche Städtchen Söderköping zu besichtigen und danach am idyllischen Badesee Klarsjön zu verweilen. Da die Temperaturen zunehmend das Termometer hochkletterten, war eine Abkühlung in jeder Hinsicht sehr angenehm.

Trotz der vielen Teilnehmer haben es die Organisatoren geschafft, alle von der OLG Stäfa an naheliegenden Zeiten starten zu lassen. Da der OL natürlich auch ein geselliger Anlass ist, trifft man auf diese Weise immer wieder Vereinsmitglieder beim Clubzelt und kann die Routenwahl vergleichen oder da und dort mal einen guten Tip erhaschen. Und manchmal ist guter Rat teuer, insbesondere wenn man sich vornehmen möchte, am nächsten Tag etwas schneller im Ziel zu sein. Als ich nämlich eines Morgens meine OL-Schuhe von der Veranda holen wollte, entdeckte ich Schneckenspuren auf den Schuhen. „Oh, mir ist eine Schnecke über die Schuhe gelaufen!“ rief ich da aus. Ganz trocken gab mir Barbara zur Antwort: „Ja, aber hoffentlich nicht gestern beim Lauf!“ Wir mussten beide herzlich lachen.
Es gab jedoch nicht nur Schnecken, sondern auch schlaue und flinke Füchse im Wald. Siro Giannini gelang in der Kategorie H18-kort jeden Tag ein guter und solider Lauf. Er behielt auch beim Jagdstart am Ende der Woche die Nerven, sodass ihm ein Gesamtsieg gelang. Mit Blätterkranz geschmückt durfte er bei der Siegerehrung am letzten Tag das Podest besteigen. Bravo!